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Nico Otto im Interview
Das Branchenmagazin Auto, Motor, Sport hat dich für die Wahl des besten europäischen Nachwuchsfahrers 2021 mit neun weiteren namhaften jungen Motorsportlern nominiert. Du hast mit 22 Jahren als Rennfahrer schon richtig viel erreicht und kannst alle notwendigen Lizenzen für die höchste Amateurklasse im europäischen Rennsport vorweisen.
Mit der Nummer 1 Platzierung
beim BMW M2 CS Racing Cupund der Nordschleifen-Lizenz gehörst du zu den ausgesuchten Fahrern, die nun den Porsche 992 GT3 Cup MY  2022 fahren dürfen. Wie fühlst Du Dich?
NICO OTTO: In diesem Jahr das Privileg zu haben, mit einem brandneuen 992 GT3 Cup im Porsche Markenpokal 22 fahren zu dürfen, ist ein absolutes Highlight. Da habe ich großes Glück und freue mich, mit diesem Traumauto absolut konkurrenzfähig zu sein. Wir sind auf jeden der acht Renntage optimal vorbereitet.
Was meinst Du, wenn Du mir sagst, Du hast großes Glück, dieses Auto auf der Nordschleife fahren zu dürfen?
Natürlich habe ich mich sportlich qualifiziert, dieses Auto fahren zu können. Und ich habe auch harte Trainingsarbeit investiert, mein Leben auf diesen Sport ausgerichtet und wir haben eine super Konzept erarbeitet.
Ohne meinen Vater Jörg einerseits und ohne unseren Förderer und Freund Peter Becker wäre das alles nicht möglich. Das ist mir bewusst und deshalb werde ich natürlich sehr verantwortungsvoll mit dem Auto und den Ressourcen umgehen. Nichts von dem, was hier an jedem Renn-Wochenende passiert, ist selbstverständlich. Vor allem das Techniker-Team in der Box, das unentwegt, detailverliebt und mit hoher Kompetenz das Auto vorbereitet und optimiert, ist Dreh- und Angelpunkt des Erfolges. Ich möchte in der laufenden Saison mit Topleistungen hinter dem Lenkrad und Platzierungen auf dem Podest etwas für das Team zurückgeben.
Einige hier am Ring haben mir, als ich nach dir gefragt habe, gesagt: „Nico Otto? Der ist verdammt schnell.“ Fährst du immer am Limit und hast du nicht manchmal Angst?
Angst habe ich nicht, aber Respekt vor brenzligen Situationen, schweren Rennverläufen und den Positionskämpfen um die Spitze. Deshalb beschäftige ich mich im Training und der Rennvorbereitung systematisch mit dem Unerwarteten und bereite mich sehr intensiv auf unterschiedlichste Rennsituationen vor. Das habe ich schon beim Kartfahren so gemacht, zum Beispiel stundenlang das Gefühl für die Limits auf der regennasser Strecke trainiert. Was mich aktuell weitergebracht hat, sind mentale Trainingsprogramme, die mit einem Sportpsychologen entwickelt worden sind. Sie helfen und unterstützen mich dabei, mich auf den Punkt zu konzentrieren, mich auf ganz bestimmte Handlungsfelder zu fokussieren und fast schon unterbewusst auf Gefahren zu reagieren oder sie vorherzusehen.
Natürlich halte ich mich körperlich fit, ernähre mich gesund und lebe in der Saison sehr vernünftig und bewusst. Und dann ist da noch die intensive Arbeit mit unserem Team. Ich kann dem Team vertrauen und damit auch dem Auto. Dieser Baustein hilft an die Grenzen zu gehen. Ich muss nur fehlerfrei meine Runden drehen.
So ein Rennen ist oft schon nach einer Stunde vorbei? Ist dir der Aufwand eigentlich manchmal nicht zu groß?
Nein, das Drumherum an einem Renn-Wochenende ist doch gerade das, was es ausmacht. Das Zusammenspiel von Fahrern, Kommandostand und Boxen-Team, das hektische Treiben in der Boxengasse übt einen ganz besonderen Reiz aus. Das Arbeiten am Auto bis kurz vor dem Start und nicht zuletzt das gesellige Beisammensein vieler Akteure, Fans, Sponsoren und Medienleuten am Abend vor großen Rennen macht riesigen Spaß. Wir haben an jedem Wochenende Gäste, denen wir einen tiefen Einblick in die Faszination des Rennsportes geben.
Wir insbesondere mein Vater in der Rolle als Gastgeber vermittelt hautnah, was die Erfolgsparameter eines Rennerfolges sind und wie wichtig das Zusammenspiel der beteiligten Akteure dabei ist.
Oft halte ich in der
Trainingspause einen kleinen Vortrag über mentale Trainingsmethoden oder erläutere Führungskräften von Unternehmen, worauf es bei uns im Kommandostand ankommt. Ein solches Wochenende ist einfach so viel mehr als ein Autorennen.
Und sehr
oft können wir so ganz nebenbei auch etwas Gutes tun. Das liegt mir sehr am Herzen.
Kannst du uns das noch etwas näher erklären?
Ja, natürlich. Am Rennsamstag bieten wir häufig eine sogenannte Taxifahrt in einem speziell dafür umgebauten Rennwagen über die Nordschleife an. Mit bis zu 70 % der sonst üblichen Maximalgeschwindigkeit gehen wir dabei fahrtechnisch schon ziemlich weit an die Normal-Situationen eines richtigen Rennens. Der Reinerlös dieser Erlebnisfahrten geht an die Stiftung XX-FEHLT-XX.
Das ist mir ein Herzensanliegen. Alles rund um unseren Sport ist oft sehr exklusiv und wird von Menschen betrieben, denen es gut geht. Das gilt auch für unsere Gäste. Wir sollten daher immer auch an die Menschen denken, die Hilfe und Unterstützung benötigen.
Oder ganz einfach gesagt: Etwas von unserem Glück zurückgeben.
Kannst du dir vorstellen, das Rennfahren zu deinem Beruf zu machen und zukünftig als Profi auszuüben?
Man soll nie Nein sagen. Aber realistisch betrachtet ist es mein Ziel, als Amateur in der höchsten Klasse erfolgreich zu fahren und ansonsten mein Studium in den nächsten Jahren abzuschließen. Mein großer Wunsch ist es, nach meinem Abschluss der Fahrzeugtechnik an der TH Köln mein berufliches Leben in der Automobilindustrie zu starten. Die Erfahrungen des Rennsportes mit den Studieninhalten zu verbinden, gelingt mir heute schon ganz gut. Ich finanziere mein Studentenleben mit Testfahrten, Jobs als Renningenieur bei Rennställen oder als Coach für jeden der seine Performance auf der Rennstrecke berverbessern möchte. 
Was sind deine Ziele in den nächsten Jahren?
Ich möchte Rennen gewinnen, Podiumsplätze erreichen und mit dem Team Erfolge feiern. Gemeinsam mit meinem Vater möchte ich aber auch unseren Gästen ein tolles, unvergessliches Wochenende bieten. Als Coach möchte ich anderen Menschen am Beispiel des Rennsports vermitteln, mit besonderen Herausforderungen umzugehen, Leistungsgrenzen zu verschieben und Ziele zu erreichen. Ich möchte erfolgreich sein und diese Erfolge dann mit dem Beruf verbinden. Ich liebe den Rennsport, Autos begeistern mich und mit einem Team hart zu arbeiten, es nicht zu enttäuschen - das möchte ich weiterhin erleben.


(Das Interview mit Nico Otto führte Leoni June Spital - Leoni June Consulting, März 2022)

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